On-Site PPA und Off-Site PPA
Marc D.2024-07-14T16:53:39+02:00Die Energiewende und das Streben nach nachhaltigen Energiequellen haben dazu geführt, dass Unternehmen zunehmend auf erneuerbare Energien setzen. Im Rahmen dieser Entwicklung gewinnen Power Purchase Agreements (PPAs) an Bedeutung. PPAs sind langfristige Verträge über den Kauf von Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Dabei gibt es zwei Haupttypen: On-Site und Off-Site PPAs. In diesem Blogartikel erklären wir die Unterschiede zwischen On-Site und Off-Site PPAs und beleuchten, wie sie im Zusammenhang mit gewerblichem Mieterstrom genutzt werden können.
Was sind PPAs?
PPAs sind Verträge zwischen einem Energieproduzenten und einem Abnehmer, der in der Regel ein Unternehmen ist. Der Produzent verpflichtet sich, eine bestimmte Menge Strom zu einem festgelegten Preis über einen definierten Zeitraum zu liefern. PPAs bieten sowohl für Produzenten als auch für Abnehmer Planungssicherheit und Stabilität in Bezug auf Energiepreise und -verfügbarkeit.
On-Site PPAs
On-Site PPAs beziehen sich auf Stromabnahmeverträge, bei denen die Erzeugungsanlage direkt am Standort des Stromabnehmers installiert ist. Dies bedeutet, dass der Strom direkt vor Ort produziert und verbraucht wird. Bei gewerblichem Mieterstrom können On-Site PPAs folgendermaßen genutzt werden:
- Direkte Nutzung: Unternehmen, die große Dachflächen oder Freiflächen besitzen, können diese für die Installation von Photovoltaikanlagen nutzen. Der erzeugte Solarstrom wird direkt vor Ort verbraucht, was den Bedarf an Netzstrom reduziert und die Energiekosten senkt.
- Kosteneinsparungen: Durch die Nutzung von On-Site PPAs können Unternehmen die Kosten für Netzgebühren und Stromsteuern reduzieren, da der Strom nicht über das öffentliche Netz transportiert werden muss.
- Nachhaltigkeit: Die direkte Nutzung von vor Ort erzeugtem Solarstrom trägt zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks des Unternehmens bei und unterstützt die eigenen Nachhaltigkeitsziele.
- Unabhängigkeit: On-Site PPAs bieten Unternehmen eine gewisse Unabhängigkeit von den großen Energieversorgern und deren Preisgestaltung. Sie können den erzeugten Strom zu festen Konditionen beziehen, was langfristige Planungssicherheit bietet.
Off-Site PPAs
Off-Site PPAs beziehen sich auf Stromabnahmeverträge, bei denen die Erzeugungsanlage nicht am Standort des Stromabnehmers installiert ist. Der erzeugte Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist und über Zertifikate oder virtuelle Vereinbarungen dem Abnehmer zugeschrieben. Bei gewerblichem Mieterstrom können Off-Site PPAs folgendermaßen genutzt werden:
- Flexibilität bei der Standortwahl: Unternehmen können Off-Site PPAs nutzen, um Strom aus erneuerbaren Quellen zu beziehen, auch wenn sie selbst keine geeigneten Flächen für die Installation von Erzeugungsanlagen besitzen. Dies ermöglicht eine größere Flexibilität bei der Wahl des Standortes für die Erzeugungsanlagen, beispielsweise in sonnenreichen Regionen.
- Skalierbarkeit: Off-Site PPAs ermöglichen es Unternehmen, größere Mengen an erneuerbarem Strom zu beziehen, als dies mit einer On-Site Anlage möglich wäre. Dies ist besonders vorteilhaft für Unternehmen mit einem hohen Energiebedarf.
- Investitionsfreiheit: Bei Off-Site PPAs müssen Unternehmen nicht selbst in die Erzeugungsanlagen investieren. Sie können einfach den erzeugten Strom beziehen, was die Anfangsinvestitionen minimiert und das finanzielle Risiko reduziert.
- Nachhaltigkeitsziele erreichen: Durch Off-Site PPAs können Unternehmen ihren gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen decken und somit ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen, auch wenn sie selbst keine Möglichkeit haben, eigene Anlagen zu installieren.
Gewerblicher Mieterstrom und PPAs
Im Zusammenhang mit gewerblichem Mieterstrom können sowohl On-Site als auch Off-Site PPAs genutzt werden, um den Mietern nachhaltigen und kostengünstigen Strom zur Verfügung zu stellen.
- On-Site PPAs im Mieterstrommodell: Gewerbeimmobilien können Photovoltaikanlagen auf ihren Dächern installieren und den erzeugten Strom direkt an die Mieter weitergeben. Dies bietet den Mietern Zugang zu günstigem Solarstrom und reduziert die Abhängigkeit vom Netzstrom.
- Off-Site PPAs im Mieterstrommodell: Falls die Installation von Photovoltaikanlagen vor Ort nicht möglich ist, können Gewerbeimmobilienbetreiber Off-Site PPAs nutzen, um erneuerbaren Strom zu beziehen und diesen an die Mieter weiterzugeben. Dadurch können auch Immobilien in weniger sonnenreichen Regionen oder mit begrenzten Flächen von erneuerbarem Strom profitieren.
Fazit
Sowohl On-Site als auch Off-Site PPAs bieten wertvolle Möglichkeiten, um gewerblichen Mieterstrom nachhaltig und kosteneffizient zu gestalten. Während On-Site PPAs eine direkte Nutzung des vor Ort erzeugten Stroms ermöglichen und so Unabhängigkeit und Kosteneinsparungen bieten, erlauben Off-Site PPAs eine flexible und skalierbare Lösung, um große Mengen erneuerbaren Stroms zu beziehen. Beide Modelle tragen zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele bei und unterstützen die Energiewende im gewerblichen Bereich.